9. Mai 2008
Gestern waren wir auf “unserem” Bio-Bauernhof zum Mittagessen, Einkaufen, Ausspannen, Spazierengehen und … Blüten sammeln.
Seit 15 Jahren ist er unser Ziel, wenn wir mal ein wenig Luft brauchen, raus aus der Stadt, Blick in die Ferne.
Das Mittagessen wird dort in der Woche in der großen Kantine zusammen mit den Arbeitern eingenommen. Es hallt etwas sehr, aber ansonsten ist es wunderbar. Das Essen ist super: Pasta e Ceci, Kichererbsensuppe mit Nudeln oder Rigatoni alla Putanesca, Nudeln mit Tomatensoße mit Oliven und Kapern. Per Secondo Spezzatino, Polpette o Fegato, Gulasch, Fleischbällchen oder Leber. Insalata oppure Scarola mit Oliven und Kapern per Contorno, Vino, Acqua und hinterher noch ein Stück Kuchen. Ein komplettes Menü kostet ca. 11 €.
Danach an der Bar einen Cafè in der Sonne und auf zum Spaziergang.
Wir sammeln Borretschblüten. Sie sind nicht nur wunderschön sondern auch superlecker, ganz einfach angemacht mit ein wenig Salz und Öl. Und es ist ein tolles Erlebnis, dieses Blütenmeeer im Teller.
Der Holunder blüht auch gerade und auch dessen Blüten sind comestibile, essbar. Ich habe sie noch nie zubereitet, aber gehört, dass Frittelle di Fiori di Sambuco, Küchlein mit Holunderblüten sehr lecker sein sollen. Außerdem will ich auch mal probieren Holunderblütensekt zu machen. Gute Gelegenheit.
Unser Abendessen wird einfach fantastisch: Borretschblütensalat, Holunderblütenküchlein und dann noch Fave e Pecorino, dicke Bohnen zusammen mit dem leckeren, in Walnussblättern gereiften Schafskäse vom Bauernhof.
Wunderbarer Tag!
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23. April 2008
Im Moment noch bis Sonntag gibt es es von TUIfly sehr günstige Flüge nach Rom.
Besonders in den Monaten Juni/September kann man schon für 7 € nach Rom fliegen. Mit Steuern, Zuschlag, etc. kommt man dann Hin-und zurück zwar trotzdem auf 85 €, aber viel günstiger geht es kaum.

Bevor Sie den Flug fest buchen, kontrollieren Sie aber auch gleichzeitig die Verfügbarkeit einer Unterkunft, sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie das was Sie beim Fliegen eingespart haben, bei der Unterkunft zuzahlen.
Unterkünfte finden Sie bei O-Solemio-Rom

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18. April 2008
Nur 4 Bushaltestellen vom Bahnhof Termini entfernt liegt eine der schönsten Parkanlagen Roms: Villa Torlonia .

Sie ist eine der letzten Villen des römischen Adels und war in den 20er Jahren offizielle Residenz von Mussolini. Ihr Ruin begann mit den anglo-amerikanischen Trupen, die dort in der Nachkriegszeit ihr Lager aufschlugen. Erst 1987 wurde Villa Torlonia von der Comune di Roma erworben und mit der Restauration der Gebäude und der großzügigen Parkanlage begonnen. Die einstigen Prachtbauten der Familie Torlonia sind inzwischen zu Museen und dem Archiv der Scuola Romana umgewandelt worden.
Der Park im Stil eines Englischen Garten lädt zu ausschweifenden Spaziergängen ein, auf denen man die verschiedenen Villen besuchen kann, vom Jugendstil-Schlösschen Casina delle Civette über den neoklassischen Palastbau Casino Nobile bis hin zum Casino dei Principi, dem Haus der Prinzen.
Die Casina delle Civette gehört zu den ungewöhnlichsten und interessantesten Gebäuden des letzten Jahrhunderts und ist besonders auch wegen der wunderschönen Bleiglas-Fenster und anderen Jugendstil-Verzierungen einen Besuch wert.
Das Casino Nobile ermöglicht einen Einblick in die prächtige Ausstattung der Behausungen des römischen Adels im 19. Jahrh.
Fotos von der Website Musei in Comune Musei di Villa Torlonia
Weitere Fotos zu sehen bei Wikipedia
Musei di Villa Torlonia, Via Nomentana 70
Casina delle Civette € 3,00
Casino Nobile € 4,50
Casina delle Civette + Casino Nobile € 6,50
Ende März bis Ende September 9 - 19 Uhr, März/Oktober 9 - 17.30 Uhr, sonst 9 - 16.30 Uhr
Vom Bahnhof Termin Bus Nr. 90, 4 Haltestellen bis Nomentana/Villa Torlonia
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16. April 2008
Durch die Wahl-Aufregungen der letzten Tage bin ich vollkommen darüber hinweggekommen vom Erdbeben zu berichten. Nicht dem politischen, dem richtigen.
Inzwischen ist es schon ein paar Tage her, aber die Nachricht ist wahrscheinlich wegen des politischen Aufruhrs etwas untergegangen.
Am letzten Samstag um viertel vor Acht, ich lag noch im Halbschlaf, fing das Bett unter mir plötzlich an zu rütteln und zu knacken. Am Kleiderständer machte ein Kettchen ding-ding-ding-ding … … - - ding-ding-ding … … . Schon ein sehr merkwürdiges Gefühl. Ich sprang aus dem Bett und stand etwas ratlos herum. Was macht man eigentlich bei einem Erdbeben? Naja, es war schnell vorbei und ich machte erst einmal einen Espresso und schaltete das Radio ein. Die Nachrichten bestätigten: 3,2° Richter, Epizentrum in den Castellli Romani, also ganz bei uns in der Nähe.
In Rom hat es schon häufiger Erdbeben gegeben, meist merkt man nichts davon, weil sie ja nie richtig stark sind und wenn man unterwegs ist, könnte es auch der vorbeifahrende Bus oder die Metro sein, die das Rütteln verursacht.
Richtig heftig ist dagegen im Moment das politische Erdbeben. Linke und Links-Zentrale haben einen Denkzettel verpasst bekommen, den Sie so schnell nicht vergessen werden (oder vielleicht doch
?). Verdient haben Sie es. Auch wenn mich die Vorstellung erschaudern lässt, dass Berlusconi, der meiner Meinung nach die hässlichsten Seiten Italiens und der Italiener vekörpert, nun für die nächsten 5 Jahre an der Regierung sein könnte.
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15. April 2008
…. Egoismus, Populismus, Skrupellosigkeit, Lug, Betrug, Verbrechen, Faschismus, Rassismus, Hochstapelei, Ignoranz, Mafia, Korruption, Klientelismus, Rücksichtslosigkeit, menefreghismo, maleducazione, inciviltà … … AUGURI!
Die Zeit-Blog aus Rom : Ach Italia!
Die Zeit : Berlusconi - schon wieder
Forum Romanum - Blog aus Rom
Weltspiegel : Italien schönes Land - maroder Staat
HR2 Der Tag : Der Müll, der Staat und die Mafia: Italien hat gewählt (Podcast) via ombelico.de
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10. April 2008
… macht noch keinen Sommer. Jaa, ich weiß, aber als ich am vergangenen Sonntag eine im Parco degli Acquedotti sah, wurde mir gleich viel frühlingsmäßiger zumute, auch wenn doch noch ein ganz schön frischer Wind blies.
Für mich ist die Ankunft der Schwalben schon als Kind in Bremen immer etwas ganz Besonderes gewesen: juhuu, der Winter ist vorbei!!!
Seit zwei Tagen kreisen Schwärme von kreischenden Mauerseglern über unsere Häuser. Sommer ists noch nicht in Rom, aber Frühling ganz bestimmt. Bentornata Primavera!
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4. April 2008
Ab heute bis 25. Mai läuft in Rom FotoGrafia, ein internationales Fotografie Festival, das sich auf verschiedene Ausstellungsorte verteilt. Das Thema der diesjährigen Ausgabe lautet: Die Normalität sehen. Die Fotografie erzählt den Alltag.
Der Kern der Austellung befindet sich im Palazzo delle Esposizioni mit Ausstellungen von Paolo Woods, Leonie Purchas, Lucia Nimcova und Gabriele Basilico.
Im Museo di Roma in Trastevere die Ausstellung Burma von Orit Drori über die Tragödie Birmaniens und Tokio in Eclisse von Daniele Dainelli.
Auf der Website des Festivals gibt es einen Vorgeschmack auf die Ausstellungen, ein detailliertes Programm und Beschreibungen der verschiedenen Festivalsabschnitte auch in Englisch.
Palazzo Esposizioni, Via Nazionale 194
Museo di Roma in Trastevere, Piazza S. Egidio, 1 b
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29. März 2008
Leider sind mir in diesem Jahr die Ankündigungen der Settimana della Cultura - der Kulturwoche Italiens - entgangen.
Sie gleich am Anschluss an Ostern zu organisieren finde ich auch nicht den besten Termin. Sonst war sie im April oder Mai. Nun bleiben leider nur noch zwei Tage freien Eintritts in alle staatlichen Museen, Ausgrabungsstätten, etc.. In Rom nehmen auch viele comunale Kulturstätten an der Kulturwoche teil.
So kommt man gratis auch ins Kolosseum und den Palatin, absolut lohnenswert, weil der Eintritt ansonsten nicht ganz so günstig ist. Im Kolosseum läuft zusätzlich auch noch eine sehenswerte Austellung mit dem Titel “Trionfi Romani”, die Bronzen, Skulpturen, Reliefs, Münzen und Fresken aus der glohrreichen Epoche des Römischen Imperiums zeigt.
Ausser dem Kolosseum, kann ich das Museum der Fori Imperiali empfehlen, das in den Trajanischen Märkten liegt, das Römische Nationalmuseum mit Hauptsitz im Palazzo Massimo und das Etruskische Nationalmuseum in der Villa Giulia.
Also, schnell auf nach Rom, denn an diesem Wochenende soll auch das Wetter, im Gegensatz zu Ostern, fantastisch sein (im Moment scheint die Sonne und auf meiner Terrasse sind 18°).
Scusate, dass ich diemal so spät mit der Notiz aufwarte. Im nächsten Jahr werde ich versuchen etwas frühzeitiger mit dem Termin zu erscheinen.
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19. März 2008
Leider sind die Wetteraussichten für die Ostertage nicht berauschend. Nachdem es hier schon wunderbar lau war, soll es nun ausgerechnet zu Ostern kalt und unbeständig werden. Schönes Osterei!
Aber lassen Sie sich von den Wetterfröschen nicht demoralisieren. Nicht immer behalten sie Recht und falls doch, hier ein paar “Inside”-Tipps:
Um sich vor Regenschauern zu schützen eignen sich sehr gut die vielen Kirchen in Rom, die dazu häufig auch sehr interessant sind und keinen Eintritt kosten.
Ein paar besonders sehenswerte Beispiele sind ausser dem Petersdom, der zu Ostern wahrscheinlich sehr überlaufen sein wird, das Pantheon, einst haidnischer Tempel, Santa Maria in Cosmedin, in deren Vorhalle die Bocca della Verità steht, Santa Prassede in der Nähe von Santa Maria Maggiore mit spektakulären Mosaiken aus dem 9. Jahrhundet und San Clemente in der Nähe des Kolosseums mit den Fresken aus frühchristlicher Zeit in der Unterkirche.
Michelangelos Moses kann man in der Kirche S.Pietro in Vincoli bestaunen und die Werke des Caravaggio in San Luigi dei Francesi und Santa Maria del Popolo.
Ansonsten gibt es zwei sehenswerte Austellungen, eine im Vittoriano (der “Schreibmaschine”): “Renoir. La maturità tra classico e moderno”.
130 Werke aus der Ingres-Periode von Pierre Auguste Renoir.
Die andere, modernerer Kunst in der Ara Pacis: Opera per L’Ara Pacis - Mimmo Palladino / Brian Eno. Das letzte Mal kamen die beiden zeitgenössischen Künstler 1999 im Round House in London zusammen.
In Rom gibt es eine Menge zu sehen, nicht nur bei Sonnenschein, auch wenn ich ihn natürlich allen Rombesuchern von ganzem Herzen wünsche!
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11. März 2008
Am Sonntag hatte ich Freunde zum Mitagessen und weil im Moment die Artischocken supergünstig sind, hatte ich gleich 10 Stück als Basis für das Essen eingekauft.

Die Pasta-Soße ist mir ziemlich gut gelungen - klopf klopf auf die Schulter - und weil sie so köstlich war, sollen von dem Rezept ruhig auch alle profitieren, die vorgestern nicht in den Genuss kommen konnten:
Zutaten für 4 Personen:
2 bis 3 Artischocken, je nach Größe (so langsam scheinen sie sich auch in Deutschland zu verbreiten, ich habe sie jedenfalls zu Weihnachten auf dem Findorff-Markt in Bremen gefunden, kosteten genauso viel wie hier in Rom)
1 mittelgroße Zwiebel
1 Salsiccia (ca. 150 g) Salsiccia ist die hiesige Bratwurst, die natürlich ganz anders schmeckt als die deutsche. Am nähesten kommt eine mit Knoblauch gewürzte grobe Bratwurst.
250 g tiefgefrorene Steinpilze (man kann auch getrocknete nehmen, da kann ich aber nichts Genaues über die Menge sagen)
Olivenöl
Salz, Pfeffer, 3/4 Wacholderbeeren
200 ml Sahne
grobe Petersilie
400 g Fettucine oder Penne
Zuerst einmal die Artischocken putzen: die ersten äußeren Blätter entfernen, von den weiteren Blättern stufenweise nach oben den harten Teil und am Ende die harten Spitzen ganz abschneiden. Die ersten 10 cm vom Stiel kann man mitbenutzen, wenn man ihn abschält. Den Stiel abschneiden, den Artischocken-Kopf zweiteilen und alle Teile in eine Schüssel mit Zitronenwasser legen, damit sie nicht braun werden. Beschreibung und Fotos auch im Artischocken-Lasagne Rezept
Die äußeren Blätter und Blätterspitzen setze ich in einem Liter kaltem Wasser auf und lasse sie dann langsam vor sich hin köcheln. So entsteht ein Sud, mit dem ich hinterher die Soße verflüssigen kann.
Die in Viertel geschnittenen Artischocken und Stiele kurz (ca. 5 Min., je nach Größe und Festigkeit) blanchieren. Dann in dünnere Scheiben schneiden.
Öl in den Topf (ich nehme meinen Terracotta-Topf) und darin zusammen mit der kleingewürfelten Zwiebel die abgepellte zerbröselte Bratwurst anbraten. Wenn sie anfängt braun zu werden, die in Scheiben geschnittenen Steinpilze dazu. Zum Schluß die Artischocken. Salz (Vorsicht, die Bratwurst bringt schon etwas mit), frischen, grob gemahlenen Pfeffer und die gemahlenen oder zerbröselten Wacholderbeeren hinzufügen. Das ganze köchelt jetzt ca. 20 Min vor sich hin, ab und zu Artischocken-Sud dazugeben und umrühren, damit es nicht festsetzt oder gar anbrennt.
Am Ende mit der Sahne aufgießen und einkochen lassen. Abschmecken.
Das Nudelwasser kann man aufsetzen, wenn man die Zutaten außer der Sahne im Topf hat, die Nudeln kann man ins Wasser geben, wenn man die Sahne hinzugefügt hat, dann ist alles ungefähr gleichzeitig fertig. In der Zwischenzeit Servierschüssel und evtl. auch Teller anwärmen.
Die Soße muss sehmig sein, nicht zu flüssig und nicht zu trocken, evtl. kann man den Artischocken-Sud dazugeben, falls sie zu sehr eingekocht ist.
Wenn die Nudeln al dente sind, abgießen und in einer Schüssel mit der Soße vermischen, darüber ein wenig Petersilie und auf dem Tisch Parmesan je nach Belieben.
Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Das wird bestimmt bald eine Wiederholung geben.
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